Leserbrief von A. Holberg zu: Gleichsetzung von Auftragsmord und Schwangerschaftsabbruch

13.10.18
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Eines der "10 Gebote" lautet: "Du sollst nicht töten". Es heißt nicht: "Du sollst nicht töten, es sei denn ....". Vom Oberhaupt der katholischen Kirche sollte man deshalb nicht erwarten, zum Schwangerschaftsabbruch eine andere Position einzunehmen als die, die jetzt der Papst bekräftigt hat.

Allerdings sollte man, will man dem eine hohe moralische Qualität zugestehen, auch verlangen, dass die Kirche (und überhaupt alle Bibelgläubigen) konsequenterweise auch jegliche andere Form von Tötung, z.B. in Kriegen, vernehmbar als "Todsünden" verurteilt. Die dann Angesprochenen sind weniger die direkt ausführenden Soldaten als vielmehr deren politische Auftraggeber. Dabei kann selbstverständlich kein Unterschied zwischen Angriffs- und Verteidigungskriegen gemacht werden, heißt es doch im Neuen Testament sinngemäß: "wenn Dich einer auf die eine Wange schlägt, so halte ihm auch die andere hin".  Natürlich wären die religiösen Gemeinschaften/Kirchen kleine Vereine von Aufrechten geblieben oder gar in den jeweiligen konkreten Formen längst verschwunden, hätten sie ihre religiösen Forderungen jemals so ernst genommen. Angesichts ihrer diesbezüglichen Akzeptanz des realen Lebens, sollte man dann heute doch Entsprechendes auch vom Papst erwarten, insbesondere aber auch die Akzeptanz des flächendeckenden Einsatzes von Mitteln zur Empfängnisverhütung, die wesentlich mehr zur Verhinderung von Abtreibungen beitragen als unglaubwürdige "moralische" Forderungen.



Gleichsetzung von Auftragsmord und Schwangerschaftsabbruch  - 10-10-18 20:49




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