Antisemitismus darf nicht den Alltag bestimmen - Juden sollen sich nicht verstecken müssen

05.06.19
AntifaschismusAntifaschismus, Saarland, News 

 

Von Aktion 3. Welt Saar

Antisemitismus kommt nicht nur von Neonazis, sondern auch von Islamisten und von Linken

„Mit seiner Warnung vor dem öffentlichen Tragen der Kippa hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, kürzlich deutlich gemacht, in welchem Ausmaß Juden heute in Deutschland durch Antisemiten bedroht sind. Der jährliche Al-Quds-Marsch, der am Wochenende in Berlin wie in zahlreichen anderen Städten weltweit stattfand, zeigt, dass Antisemitismus nicht nur von Neonazis kommt, sondern zu einem erheblichen Teil von Islamisten ausgeht“, erklärt Alex Feuerherdt vom Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar e.V. .

Der Al-Quds-Tag wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer, Ayatollah Khomeini, ausgerufen. Seither demonstrieren an diesem Tag regelmäßig Islamisten für die Vernichtung Israels.

„Zu beobachten ist aber auch, wie die verschiedenen antisemitischen Lager zusammenfinden. So waren in Berlin außer Islamisten auch Neonazis und linke Antisemiten beteiligt“, stellt Feuerherdt fest. 

„Mit der längst überfälligen Benennung der Gefahr und mit Warnungen ist es aber nicht getan. Notwendig wäre, alles dafür zu tun, dass Juden sich sicher in der Öffentlichkeit bewegen können, auch wenn dies mit kostenintensiven Maßnahmen verbunden ist“, betont Feuerherdt.

„Antisemitismus gilt es auf allen Ebenen kompromisslos zu bekämpften: Juristisch, politisch, durch Aufklärungsarbeit und vor allem präventiv in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.“ Dazu stelle die Aktion 3.Welt Saar e.V. Bildungsmaterialien wie das Lernplakat (A1, A0) "Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?" bereit, das es auch als A6 Broschüre gibt.

Im Zusammenhang mit Kleins Warnung werde immer wieder auf die polizeiliche Kriminalstatistik verwiesen, nach der 90 % aller antisemitischen Straftaten in Deutschland 2018 auf das Konto von Rechtsextremisten gegangen seien. „Dies ist in mehrfacher Hinsicht irreführend“, stellt Feuerherdt fest. „Erstens erfasst die Statistik keine Taten, die nicht angezeigt werden. Zweitens werden antisemitische Delikte mit ungeklärter Täterschaft oft automatisch dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Schließlich berücksichtigt die Statistik nicht solche Vorfälle, die zwar antisemitisch, aber nicht strafbar sind.“ Die Erfahrungsberichte Betroffener und politische Ereignisse wie die Al-Quds-Demonstrationen legten nahe, dass der islamische Antisemitismus weitaus stärker ausgeprägt sei, als durch derartige Zahlen suggeriert werde.







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