Die Säbelrassler sind wieder mal da


Bildmontage: HF

01.08.12
InternationalesInternationales, Debatte 

 

von whs - Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online

Der US-amerikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney*** traf mit Israels Minister-präsident Benjamin Netanjahu zusammen. Dabei begrüßte ihn Netanjahu als „einen Vertreter der Vereinigten Staaten“. Die Falken hatten sich wieder, nachdem der „Friedensnobelpreisträger“ Barack Obama etwas weniger harsche Töne gegenüber den tatsächlichen oder eingebildeten Gegnern des zionistischen Staates Israel angeschlagen hatte.

Wie wir wissen, ist Israel bestrebt, die Vorherrschaft im Nahen Osten zu erringen. Dabei stehen einige Staaten im Wege, von denen Libyen und Ägypten bereits ausgeschaltet wurden. Syrien ist zurzeit an der Reihe. Aber da entwickeln sich die Dinge wohl noch nicht so ganz wie geplant. Zumal sich Syrien auf den Iran stützen kann.

Der Iran, selbst bestrebt eine Führungsrolle im Nahen und Mittleren Osten zu übernehmen, widersetzt sich nach wie vor der Bestrebung der USA, es unter seine Fittiche zu nehmen und ihm seine nationale Politik zu diktieren. Und das ist in den Augen des Weltgendarmen natürlich ein großes Verbrechen. Also muss es gesühnt werden.

Mitt Romney ist nun der Mann, der den Auftrag der Teile der US-amerikanischen Finanzoligarchie hat, die man die „Falken“ nennt. Und die Falken sind angetreten, die alte Herrlichkeit des „American Way Of Life“ wieder herzustellen. Ein deutscher Kaiser wollte „die Welt am deutschen Wesen genesen“ lassen, Mitt Romney meint, dass es das amerikanische Wesen sein müsse, sprich die Interessen der amerikanischen Monopolbourgeoisie.

Hintergrund ist die Tatsache, dass die USA immer mehr in eine ökonomische Schieflage geraten, aus der sie mit eigenen Mitteln nicht mehr heraus zu kommen scheinen. Aber nach wie vor haben sie die schlagkräftigsten Streitkräfte, die zudem überall auf der Welt disloziert sind, also schnell und schlagkräftig einschreiten können. Noch besser ist allerdings, dass im Nahen Osten die hochgerüstete Armee der Zionisten bereit steht. Und die Zionisten sind bereit, die Kastanien für die US-Bourgeoisie aus dem Feuer zu holen, wenn auch für sie etwas dabei heraus springt. Und das ist eben diese Führung im Nahen Osten, der sich dann wohl niemand mehr entgegen zu stellen wagte.

Bei oben genannten Treffen sagte Mitt Romney, dass er einen Angriff Israels auf den Iran dulden würde. „Israel hat es mit einem Feind zu tun, der Verbrechen der Vergangenheit leugnet und neue Verbrechen begehen will“, so Romney wörtlich. [1] Nur naive Menschen könnten glauben, dass das iranische Atomprogramm nur zivilen Zielen diene.

Herr Romney bemüht sich um eine äußerste Verdrehung und Klitterung von Geschichte. Damit steht er aber in der Tradition seiner Klasse. Erstens hat Ahmadinedschad (und dessen Äußerungen sind wohl der Romney´sche Aufhänger) keine Verbrechen geleugnet. Aber diese Tatsache kann man noch so oft widerholen, die Falken wollen sie nicht hören geschweige denn zur Kenntnis nehmen. Dies würde ihre Pläne gefährden. Zweitens hat kein Vertreter Irans je damit gedroht, dass der Iran beabsichtige, eines seiner Nachbarländer zu überfallen oder anderweitig zu bedrohen. Das alles existiert also nur in der Phantasie der Zionisten und ihrer Handlanger.

Die Inspektoren der UNO waren bereits einige Male im Iran und konnten die Atomanlagen besuchen. Keiner dieser Mitarbeiter der UNO sah in dem iranischen Atomprogramm irgendeine Gefahr für den Weltfrieden. Nur Israel und die USA sehen das so, weil der Iran ihrem Hegemoniestreben im Nahen und Mittleren Osten (Israel als Stellvertreter) und der Welt (USA als Weltgendarm) entgegen wirkt.

Gegenüber Schimon Peres (Präsident Israels d.A.) äußerte Romney: „Wie Sie sind wir sehr besorgt darüber, dass der Iran die Fähigkeiten zum Bau von Atomwaffen erlangen könnte und finden es inakzeptabel, wenn der Iran eine Atommacht wird. … Die Bedrohung die er (der Iran) für Israel, die Region und die Welt bedeuten würde ist unvergleichbar und inakzeptabel.“ [1]

Nach dieser Lesart darf also jeder Atomwaffen haben, wenn er sich nur den USA ergibt und tut, was man von ihm verlangt. Israel darf Atomwaffen haben und dies abstreiten. Iran darf noch nicht einmal die Fähigkeiten erwerben, Atomwaffen zu haben.

Zur Richtigstellung, alle Atomwaffen gehören vernichtet, denn sie sind „Teufelszeug“, wie Erich Honecker richtig bemerkte. Da könnten sich die USA positionieren und ihre Geltung in die Waagschale werfen. Aber nein, die USA gefallen sich im alten „Kalten-Kriegs-Denken“, hier die „Guten“, da die „Bösen“. Die „Guten“ dürfen alles, die „Bösen“ dürfen nix, doch eines, den „Guten“ die Schuhe ablecken.

„Schöne, neue Welt“ Aldous Huxley lässt grüßen.

Aber dieser Hirnriss Romney wird und darf nicht aufgehen. Denn dann ist der große Kladderadatsch da. Dann steht die Welt tatsächlich am Abgrund, aber nicht wegen des Irans, der keine Atomwaffen hat und in nächster Zeit auch keine haben wird. Für die Zionisten allerdings lege ich nicht mal einen kleinen Finger ins Feuer, geschweige denn die Hand. Aber sie werden, sollten sie in Bedrängnis geraten (und diese Gefahr ist durchaus gegeben) ihr Atomwaffenarsenal ungehemmt einsetzen. Und diese Rede Romneys hat den zionistischen Kriegstreibern nochmal den Rücken gestärkt.

Die Menschheit ist also wieder einmal gefragt, den Kriegstreibern in den Arm zu fallen.

Rot Front
Werner

[1] „Freies Wort“ vom 30.07.12 Seite 5 „Romney würde Angriff Israels auf den Iran dulden“

*** Mitt Romney gehört einer der realtionärsten religiösen Sekte der USA, den Mormonen, an. Für sie war er sogar Missionar in Europa und dann Bischof in Boston. Einer seiner Vorfahren war führendes Gründungsmitglied der Mormonensekte.
http://www.kommunisten-online.de/Kriegstreiber/saebelrassler.htm
#USA

 


VON: WHS -ARBEITERKORRESPONDENZ AUF KOMMUNISTEN-ONLINE






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