Immer mehr Vorkommnisse in der Brennelementefabrik Lingen


Bildmontage: HF

08.11.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen 

 

BBU fordert sofortige Stilllegung

Von BBU

Nach dem jüngsten Vorkommnis in der Brennelementefabrik in Lingen (Emsland / Niedersachsen) hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) erneut die sofortige Stilllegung dieser bundesweit einzigartigen Atomfabrik gefordert. Der BBU betont, dass die Landesregierung in Hannover nicht tatenlos zusehen darf, wie es immer wieder zu Pannen und Störfällen in der umstrittenen Anlage kommt. Nach Protesten aus dem In- und Ausland befasst sich derzeit auch der Bundestag mit der Zukunft der Atomfabrik in Lingen, in der auch Nuklearbrennstoff für Atomkraftwerke in Belgien, in der Schweiz und in anderen Ländern hergestellt wird. Im Oktober hat in Berlin eine Anhörung des Umweltausschusses des Bundestages über die Zukunft der Uranfabriken in Gronau und Lingen stattgefunden.

https://bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202018/17.10.18.pdf

Bei dem meldepflichtigen Ereignis in der Brennelementefabrik kam es in der Trockenkonversionsanlage zu Feuchtigkeitsansammlungen. Laut Betreiber soll es durch eine Fehlfunktion in der Wasserdampfversorgung zu dem Vorkommnis gekommen sein. Dies berichtete die Ems-Vechte Welle am Mittwoch (7.11.2018).

http://www.emsvechtewelle.de/news/meldepflichtiges-ereignis-in-brennelementefabrik-42523.html

Der BBU kritisiert, dass die Landesregierung in Hannover nicht aktiv wird, um den Betrieb der Lingener Atomfabrik zu stoppen. Bis zum 7. Juli 2017 gab es in der Anlage schon 139 meldepflichtige Vorkommnisse. „Der weitere Betrieb der Anlage ist nicht hinnehmbar. Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies sind aufgefordert, die Stilllegung der Anlage sowie eine Absicherung der dort Beschäftigten auf den Weg zu bringen“, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz

Die Atomfabrik der Framatome-Tochter Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) fertigt in Lingen Uran-Brennelemente für Druckwasser- und Siedewasserreaktoren. Damit ist das französische Unternehmen mit dem Anlagenbetrieb in Lingen direkt verantwortlich für den Betrieb von Atomkraftwerken und für den stetig wachsenden Atommüllberg. „Das wird jetzt zum Bumerang für das Emsland“, so Udo Buchholz. In der Diskussion über den Verbleib des hochradioaktiven Atommülls ist erneut das Emsland ins Gespräch gekommen. Der Elternverein Restrisiko Emsland veranstaltet am 22. November 2018 in Lingen eine Informationsveranstaltung zur drohenden Endlager-Suche im Großraum Emsland / Grafschaft Bentheim. Ort der Veranstaltung ist das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kreuzkirche in Lingen, Bäumerstraße 16, Eingang gegenüber der Feuerwehr.

Beginn ist um 19.00 Uhr.

Der BBU und der Elternverein Restrisiko Emsland, sowie weitere regionale Akteure wie der Arbeitskreis Umwelt Schüttorf und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, werden mit ihrer Forderung nach sofortiger Stilllegung der Brennelementefabrik – und auch des AKW Lingen

2 – breit unterstützt. Eine entsprechende „Lingen-Resolution“, in der die sofortige Stilllegung des AKW „Emsland“ und der Brennelementefabrik Lingen gefordert wird, wird von 350 Initiativen und Verbänden unterstützt. https://bbu-online.de

 

Direktling zur Resolution:

https://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%2018.pdf







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