Wasserfontänen in Schleswig-Holstein durch die CO2-Endlagerung?


09.11.09
UmweltUmwelt, Ökologiedebatte, Hamburg, TopNews 

 

(Bonn/Geldern, 9.11.09) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und der VSR-Gewässerschutz fordern die Bergämter auf aus dem Ereignis letzter Woche in Wiesbaden zu lernen und keine nicht abschätzbaren Veränderungen im Untergrund zuzulassen. „Der Vorfall zeigt mal wieder, dass jeder Untergrund immer neue Überraschungen liefern kann. Durch die geplante CO2-Speicherung unter Schleswig-Holstein wird es wesentlich häufiger zu unerwarteten Auswirkungen bei Bohrungen kommen. Dadurch ist mit erheblichen Beeinträchtigungen für die Bevölkerung zu rechnen.“ so Dipl.-Phys. Harald Gülzow, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand beim Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

6000 Liter schossen pro Minute aus einer Probebohrung beim hessischen Finanzministerium in die Höhe. Mit der Grundwasserblase in 130 m Tiefe unterhalb von Wiesbaden, die sich nun über die Baustelle ergoss, hatte niemand gerechnet. Als der Bohrer in 130 m auf eine unter hohem Druck stehende Wasserreservoir traf, nahm das Unglück seinen Lauf. Eine Fontäne schoss bis 7 m in die Höhe. Fast zwei Tage benötigten die Ingenieure den Wasseraustritt zu stoppen. Wenn in Schleswig-Holstein CO2 im Untergrund eingelagert wird, verändern sich die dortigen Druckverhältnisse rasant.

Dadurch kann das Wasser aus den salinen Grundwasserleitern in andere Schichten gedrückt werden. Risse in den Deckschichten können entstehen und sich das CO2 im Untergrund noch weiter ausbreiten. Daher wird das Risiko bei Bohrungen auf unerwartete Wassereinschlüsse zu treffen zunehmen. Selbst bei Bohrungen die neue Wasserquellen erschließen sollen, können unkontrolliert Wasserfontänen entstehen. So wurden vor neun Jahren spanische Bauern in der Region La Mancha beim Bohren nach Wasser überrascht. In 140 m Tiefe traf der Bohrkopf auf eine wasserführende Schicht, die unter hohem Druck stand und sich über das Bohrloch entlud. Wasser schoss 30 m himmelwärts. Geologen vor Ort warnten die Bevölkerung sich der Fontäne zu nähern, da möglicherweise hochkonzentriertes CO2 und Steine mit in die Luft geschleudert werden. 

„Grundwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Auch zukünftige Generationen müssen in Schleswig-Holstein Brunnen bohren können, ohne sich der Gefahr von CO2-Wasser-Fontänen aussetzen zu müssen.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz.







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