COVID-19: NGOs rufen Weltgesundheitsorganisation zum Verbot von weltweitem Wildtierhandel auf


Bild: Nilses, Wikimedia Commons

06.04.20
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Internationales, TopNews 

 

Von Vier Pfoten

Verbot könnte künftige zoonotische Pandemien verhindern

Im Vorfeld des morgigen Weltgesundheitstages am 7. April zieht die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN gemeinsam mit 240 weiteren internationalen NGOs die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verantwortung: Die Organisationen fordern die WHO auf, sich für ein dauerhaftes Verbot von Wildtiermärkten einzusetzen, denn sie stellen eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Studien belegen, dass diese Märkte die ideale Umgebung für Viren und Bakterien sind, die von Tieren auf Menschen überspringen. Die Nachfrage nach lebenden und toten Wildtieren wie Schuppentieren, Schildkröten, Tigern und Fledermäusen für den menschlichen Verzehr oder die traditionelle Medizin bleibt jedoch ungebremst. In Anbetracht der derzeitigen globalen Gesundheitskrise gibt es keinen besseren Zeitpunkt für ein Verbot solcher Praktiken, um künftige Pandemien zu verhindern.

Nach Angaben des Wissenschaftsmagazins Nature sind 60 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten zoonotisch, 70 Prozent davon stammen vermutlich von Wildtieren. Auf Wildtiermärkten ist das Risiko der Übertragung von Zoonosen besonders hoch: Die Märkte sind oft überfüllt und die Tiere leben in äußerst unhygienischen Bedingungen, auf engstem Raum zusammengepfercht. Durch die Nähe zum Menschen können Krankheitserreger sich problemlos verbreiten. Die Tiere haben noch dazu ein schwaches Immunsystem als Folge von unzureichender Pflege, Stress und Trauma. Sie sind anfällig für Krankheiten, was das Risiko für den Menschen nur zusätzlich erhöht. „Es ist nicht das erste Mal, dass Infektionskrankheiten mit Wildtieren in Verbindung gebracht werden. Die jüngsten Epidemien SARS-CoV 1, wo Erreger von Fledermäusen auf Zibetkatzen und dann auf den Menschen übersprangen, und MERS-CoV, das von Kamelen auf den Menschen übertragen wurde, sowie Ebola und HIV sind allesamt zoonotische Krankheiten. Solange es Wildtiermärkte gibt, werden weiter neue entstehen. Es wäre mehr als fahrlässig von der WHO, nicht mit aller Macht dazu beizutragen, dass künftige Pandemien verhindert werden“, sagt Kieran Harkin, Leiter der Wildtierkampagnen bei VIER PFOTEN.

Traditionelle Medizin treibt Wildtierhandel noch zusätzlich an

Studien von World Animal Protection (WAP) zeigen, dass über 80 Prozent der Konsumenten traditioneller Medizin pflanzliche oder synthetische Inhaltsstoffe bevorzugen würden. Dennoch werden für manche Produkte immer noch Wildtiere, wie zum Beispiel Schuppentiere, Bären, Schildkröten, Löwen oder Tiger verarbeitet. „Löwen- und Tigerknochen, Nashorn-Horn oder Schuppen von Schuppentieren haben keine nachgewiesenen medizinischen Eigenschaften. Wir appellieren an Regierungen weltweit, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Verzehr und die Verwendung von Wildtieren ein Risiko für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit darstellt. Märkte, die Wildtiere und ihre Teile verkaufen, dürfen in ihren jeweiligen Ländern keinen Platz haben“, so Harkin.







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