Auf Bewährung

24.07.21
UmweltUmwelt, Internationales, TopNews 

 

Von WWF

UNESCO stuft Great Barrier Reef nicht als gefährdete Weltnaturerbestätte ein

Die UNESCO hat Australien eine weitere Bewährungsfrist eingeräumt und das Great Barrier Reef nicht sofort, wie zuvor angedeutet, auf die Liste der gefährdeten Weltnaturerbe gesetzt. Stattdessen wurde die Entscheidung bis 2022 aufgeschoben. Das größte Korallenriff der Erde leidet unter der globalen Klimaerhitzung und schlechter Wasserqualität, außerdem droht die Industrialisierung des Gebietes durch den Ausbau von Kohlehäfen. In den letzten 20 Jahren zerstörten vier massive Korallenbleichen bereits große Teile des Riffs.
 
„Die Entscheidung der UNESCO unterstreicht, dass die Klimakrise die größte Bedrohung für das Riff darstellt. Sie ist eine scharfe Verwarnung an die australische Regierung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um wirkungsvolle Maßnahmen für den Klima- und Umweltschutz umzusetzen”, so Philipp Kanstinger, Meeresschutzexperte beim WWF Deutschland. „Nicht nur Australien steht hier in der Pflicht. Der gemeinsame und globale Klimaschutz ist der wichtigste Hebel für das Überleben der Korallenriffe.“
 
Das Great Barrier Reef ist ein Präzedenzfall für den schlechten Zustand der Korallenriffe auf der ganzen Welt. “Mehr als die Hälfte der tropischen Korallenriffe ist bereits abgestorben und weitere 70-90 Prozent werden in den nächsten zwei Jahrzenten folgen, wenn wir nicht dagegenhalten. Der Verlust dieser Ökosysteme hat verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt, die Fischerei und die lokale Bevölkerung“, warnt Philipp Kanstinger. Korallenriffe zählen zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde, wirken als natürlicher Küstenschutz und sind die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen, die von der Fischerei und vom Tourismus leben. Steigende CO2-Werte in der Atmosphäre und der damit verbundene Temperaturanstieg erwärmt die Ozeane. Durch Hitzewellen verschwinden die farbigen Algen, die auf den Korallen leben und sie mit Nahrung versorgen. Die Korallen „bleichen“ aus und sterben ab.
 
Laut dem Weltklimarat IPCC ist selbst bei einer Erwärmung von nur 1,5°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit mit einem Absterben von 70 bis 90 Prozent der tropischen Korallenriffe zu rechnen, bei einer Erwärmung von 2°C sogar mit einem Absterben von 99 Prozent. Zusätzlich belasten die Überdüngung und Überfischung der Meere die Korallen.
 
Auch Deutschland muss seinen Beitrag zur Begrenzung der Erderhitzung auf möglichst 1,5 Grad leisten. Der WWF fordert eine massive Tempoerhöhung beim Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern.







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz