EU-Parlament will Reserveantibiotika in der Tierhaltung verbieten

18.08.21
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PETA begrüßt Verbot und fordert Wandel hin zum veganen Ökolandbau

Von PETA

Das EU-Parlament spricht sich mit der EU-Tierarzneimittelverordnung 2019/6 dafür aus, Reserveantibiotika in der Tierhaltung ab 2022 weitgehend zu verbieten. Reserveantibiotika werden bei Infektionen mit Bakterien eingesetzt, die gegen gängige Antibiotika bereits resistent sind. Diese Resistenzen breiten sich auch aufgrund des massenhaften präventiven Antibiotikaeinsatzes in der industriellen Tierhaltung zunehmend aus. Allein in der EU sterben infolgedessen jedes Jahr rund 33.000 Menschen. Bettina Eick, PETAs Fachreferentin für Ernährung und Tiere in der Nahrungsmittelindustrie, kommentiert:

„Reserveantibiotika sollen natürlich weiterhin auch Tierleben retten, wenn beispielsweise tierische Mitbewohner erkrankt sind. Doch die industrielle Tierhaltung ist eine ständige Quelle neuer Resistenzen – dort werden Antibiotika nicht zur medizinischen Behandlung einzelner Tiere eingesetzt, sondern massenhaft präventiv verabreicht. Es geht einzig darum, fühlende Individuen, die unter den grauenvollen Haltungsbedingungen leiden, so lange am Leben zu halten, bis ihnen im Schlachthaus die Kehle aufgeschlitzt wird. In der Hühner- oder Putenhaltung werden Antibiotika wie Colistin beispielsweise ins Getränkewasser gemischt – daher verwundert es nicht, dass viele Geflügelfleischprodukte aus dem Supermarkt mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sind. Es freut uns, dass die EU den Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierwirtschaft verbieten will. Doch gleichzeitig wird weiterhin ein System gefördert, das Millionen Tiere tötet, den Menschen auf Dauer krank macht und die Umwelt belastet. Wir brauchen einen echten Strukturwandel in der Landwirtschaft – weg von der industriellen Tierhaltung und hin zum veganen Ökolandbau. Nur so können wir Klima und Umwelt schonen, Tiere schützen und lebensrettende Antibiotika ihre Wirkung behalten.“

 







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